Organisation
Von Hebamme bis Kindergeld: Alle wichtigen To-Dos in der Schwangerschaft
Die komplette Übersicht aller Kontakte, Anträge und Termine, die du in der Schwangerschaft brauchst – auf einen Blick.
9 Min. Lesezeit · Aktualisiert: 24. April 2026

Das Nayeli-Team
Redaktion

Eine Schwangerschaft bringt viele neue Kontakte und Anträge mit sich – von der Hebamme über Klinik und Arbeitgeber bis zum Kindergeld. Die meisten sind nicht kompliziert. Aber wer den Überblick verliert, verliert schnell Geld, Zeit oder Nerven.
Wir haben alle wichtigen Schritte in einem Überblick gebündelt: wer was leistet, wann du dich kümmern musst, und worauf du achten solltest. Keine Panik-Liste – ein ruhiger Wegweiser durch das, was wirklich ansteht.
Das Wichtigste vorweg
Du brauchst in der Schwangerschaft Kontakt zu sechs Stellen: Ärztin, Hebamme, Klinik, Arbeitgeber, Elterngeldstelle und Familienkasse. Mehr ist es selten.
1. Frauenärztin / Frauenarzt – deine medizinische Basis
Die Praxis ist deine wichtigste Anlaufstelle. Sie führt die Vorsorgeuntersuchungen durch, stellt den Mutterpass aus und dokumentiert den Verlauf.
Was dort passiert
- Mutterpass-Ausstellung (meist beim ersten oder zweiten Termin)
- Regelmäßige Vorsorge alle 4 Wochen, ab Woche 32 alle 2 Wochen
- Drei große Ultraschall-Untersuchungen (Woche 10, 20, 30)
- Bluttests, Blutdruck, Gewicht, Urin
- Ansprechperson bei Beschwerden oder Fragen
Was du selbst tun musst
Termine rechtzeitig vereinbaren, Mutterpass zu jedem Termin mitnehmen, Fragen zwischen den Terminen sammeln. Wechsel der Praxis ist jederzeit möglich, wenn etwas nicht passt.
2. Hebamme – ergänzend, nicht ersetzend
In Deutschland hast du Anspruch auf Hebammenbetreuung. Die Krankenkasse übernimmt die Kosten. Eine Hebamme kann dich in drei Phasen begleiten: Schwangerschaft, Geburt, Wochenbett.
Wann suchen?
In Städten ab Woche 8, oft schon mit positivem Test. In kleineren Regionen ab Woche 10–12. Später wird es eng.
Wie suchen?
- Such-Tool der Krankenkasse nutzen
- Deutscher Hebammenverband (hebammenverband.de)
- Empfehlungen aus dem eigenen Umfeld
- Mehrere parallel kontaktieren – nicht einzeln nacheinander
Was eine Hebamme macht
Vorsorge-Untersuchungen (alternativ oder ergänzend zur Praxis), Geburtsbegleitung (als Beleghebamme in der Klinik oder bei Hausgeburt), Wochenbett-Betreuung (rund 10 Besuche in den ersten 10 Tagen nach der Geburt).
Du musst keine Hebamme nehmen. Aber wer sich eine sichert, hat in der Regel eine engere, persönlichere Begleitung als die Praxis allein bieten kann.
3. Klinik oder Geburtshaus – der Geburtsort
Die meisten entscheiden sich für die Klinik. Das Geburtshaus ist eine Alternative, Hausgeburten sind selten, aber möglich.
Auswahlkriterien
- Erreichbarkeit vom Wohnort
- Ausstattung (Perinatalzentrum für Risiko-Schwangerschaften)
- Umgang mit Wünschen (natürliche Geburt, Wassergeburt, Beleghebamme)
- Eindruck beim Infoabend oder Kreißsaal-Besuch
Anmeldung
Ab Woche 28 bis 34 üblich. Manche Kliniken verlangen eine formale Anmeldung, andere reichen eine kurze Info. Frag früh nach – Unterschiede pro Klinik sind groß.
Wenn du dich unwohl fühlst mit deiner Wahl: Wechsel ist möglich. Lieber ein zweiter Infoabend, als mit ungutem Gefühl in die Geburt zu gehen.
4. Arbeitgeber – der Mutterschutz
Sobald du es selbst willst, informierst du deinen Arbeitgeber. Rechtlich gibt es keine strikte Frist, aber ohne Info greift kein Mutterschutz.
Was du mitteilen musst
Tatsache der Schwangerschaft, voraussichtlicher ET. Ein Attest deiner Praxis reicht als Nachweis.
Was sich daraus ergibt
- Kündigungsschutz ab dem Moment, ab dem der Arbeitgeber informiert ist
- Schutz vor bestimmten Arbeitsbedingungen (je nach Tätigkeit)
- Mutterschutz beginnt automatisch 6 Wochen vor ET, endet 8 Wochen nach Geburt (bei Mehrlingen 12)
Elternzeit
Die Elternzeit beantragst du später – spätestens 7 Wochen vor dem geplanten Beginn. Sie ist ein eigener Vorgang, getrennt vom Mutterschutz.
5. Elterngeldstelle – das Elterngeld
Das Elterngeld beantragst du nach der Geburt bei der Elterngeldstelle deines Bundeslandes. Rückwirkend werden nur 3 Lebensmonate ausgezahlt – wer später beantragt, verliert Geld.
Welche Unterlagen du brauchst
- Geburtsurkunde (Original)
- Einkommensnachweise der letzten 12 Monate
- Arbeitgeberbescheinigung
- Bescheinigung der Krankenkasse über Mutterschaftsgeld
- IBAN für die Auszahlung
Drei Varianten
Basiselterngeld (kürzer, höher), ElterngeldPlus (länger, halbiert), Partnerschaftsbonus (zusätzliche Monate, wenn beide Eltern parallel arbeiten). Aufteilung zwischen Partnern entscheidet ihr gemeinsam.
Wann anfangen
Unterlagen ab Woche 28 sammeln. Antrag sofort nach Geburt einreichen. Online-Antrag ist in den meisten Bundesländern möglich.
6. Familienkasse – das Kindergeld
Das Kindergeld beantragst du nach der Geburt bei der Familienkasse deiner Arbeitsagentur. Es wird monatlich ausgezahlt, rückwirkend maximal 6 Monate.
Der Anspruch auf Kindergeld beginnt mit dem Monat der Geburt. Kindergeld wird rückwirkend nur für die letzten sechs Monate vor Beginn des Monats gezahlt, in dem der Antrag bei der Familienkasse eingegangen ist.
Was du brauchst
- Geburtsurkunde
- Steuer-ID des Kindes (wird automatisch zugeschickt)
- Bankverbindung
- Persönliche Daten beider Elternteile
Wann anfangen
Nach der Geburt, sobald die Geburtsurkunde da ist. Die Steuer-ID kommt meist innerhalb weniger Wochen.
Zusätzliche Kontakte, die sich lohnen können
Neben den sechs Hauptkontakten gibt es noch weitere Stellen, die je nach Situation relevant werden:
Krankenkasse
Für Fragen zu Kursen, Hebammen-Erstattung, Vorsorge-Leistungen. Viele Kassen haben eigene Schwangerschafts-Hotlines.
Geburtsvorbereitungs-Kursleiterin
Oft gleichzeitig eine Hebamme. Der Kurs ist über die Krankenkasse abgedeckt.
Rechtsberatung
Bei Sonderfällen (Kündigung trotz Mutterschutz, Konflikte mit Arbeitgeber, Selbstständigkeit). Gewerkschaften und Caritas/Diakonie bieten kostenlose Erstberatung.
Selbstständige: Steuerberater
Für Berechnung des Einkommens und optimale Steuerklassen-Wahl vor der Geburt. Bis zu einem Jahr vor Geburt relevant.
Wie du alle Kontakte im Blick behältst
Das Praktische: Diese Kontakte tauchen nicht gleichzeitig auf, sondern verteilt über die 40 Wochen. Wer eine Liste mit Namen, Telefonnummern und E-Mails an einem Ort führt, hat keinen Aufwand.
Eine App wie Nayeli nimmt dir das Sortieren ab – sie zeigt dir zur richtigen Woche, welcher Kontakt jetzt relevant ist. Die Übersicht bleibt so immer verfügbar, ohne dass du selbst organisieren musst.
Am Ende sind es nicht viele Kontakte. Aber wenn sie geordnet sind, fühlt sich auch die Bürokratie einer Schwangerschaft leicht an.
Häufige Fragen
Muss ich alle sechs Kontakte wirklich haben?
Fünf davon ja. Die Hebamme ist optional, aber für die meisten sinnvoll. Die anderen – Ärztin, Klinik, Arbeitgeber, Elterngeldstelle, Familienkasse – führen zu Leistungen, die dir rechtlich oder medizinisch zustehen.
Welcher Kontakt ist am schwierigsten zu bekommen?
Die Hebamme – besonders in Städten. Alle anderen Kontakte sind entweder vorhanden (Ärztin, Arbeitgeber) oder öffentlich zugänglich (Behörden).
Was, wenn ich selbstständig bin?
Dann läuft der Mutterschutz anders, und Elterngeld berechnet sich aus dem Jahreseinkommen. Ein Gespräch mit deinem Steuerberater vor der Geburt spart oft Geld.
Kann mein Partner einige dieser Kontakte übernehmen?
Ja – vor allem Bürokratie. Elterngeld-Unterlagen sortieren, Kindergeld-Antrag vorbereiten, Klinik-Infoabende besuchen. Medizinische Vorsorge bleibt bei dir, der Rest lässt sich gut teilen.
Quellen
- Bundesagentur für Arbeit – Kindergeld – Rückwirkend max. 6 Monate
- Familienportal des BMFSFJ – Elterngeld – Basiselterngeld, ElterngeldPlus, Partnerbonus
- Familienportal des BMFSFJ – Elternzeit – Anmeldefrist 7 Wochen vor Beginn
- Familienportal des BMFSFJ – Mutterschutz
- Deutscher Hebammenverband – Hebammensuche
- GKV-Spitzenverband – Hebammenvertrag – Leistungsumfang Wochenbett-Betreuung
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